Nicht nur Sydonia. Die Kanonissinnen von Marianowo im 19. und 20. Jahrhundert
Nach der Reformation in Pommern waren ehemalige Klostergründungen eine der Möglichkeiten, den Lebensunterhalt unverheirateter Adelsmädchen zu sichern. Eine davon, bekannt durch Sydonia von Borck, die dort zu Beginn des 17. Jahrhunderts residierte, befand sich in Marianowo. In den dortigen ehemaligen Zisterziensergebäuden lebten unverheiratete Vertreterinnen der Elite bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Die Stiftung sicherte ihnen Unterhalt, Unterkunft und den ihre Einsamkeit adlenden Titel einer Kanonissin. Das tägliche Leben wurde durch Ordnungen geregelt, die den Bewohnerinnen eine gewisse Freiheit gewährten. Sie durften nicht nur reisen, sondern auch jederzeit heiraten. Der Vortrag wird erläutern, wie man eine Präbende, also einen Platz in der Stiftung, erhalten konnte, wer die Kanonissen von Marianowo waren und wie der Alltag in der Anstalt aussah, insbesondere im 19. und 20. Jahrhundert, als der Adel in der sich modernisierenden Gesellschaft als Relikt einer untergehenden Ständegesellschaft galt.
Dr. habil. Agnieszka Szudarek, Prof. US – Historikerin, Direktorin des Historischen Instituts an der Universität Stettin, Vorsitzende der Stettiner Abteilung der Polnischen Historischen Gesellschaft. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen die gesellschaftlichen Veränderungen im 19. Jahrhundert, unter besonderer Berücksichtigung der Situation des preußischen Adels sowie der Frauenvereine in der preußischen Provinz Pommern.
???? 25. März 2026
???? 17:00 Uhr
???? Basteja, Piastowski-Park 1, Stargard